Kufsteinerland

Aus dem Alltag eines Profisportlers

Drink. Eat. Train. Eat. Sleep. Repeat.

DSC_0088
Trotz der nicht immer einfachen Umstände - ich liebe meinen Beruf!

Der Alltag im Profisport ist bei weitem nicht so, wie man sich das als Otto-Normalverbraucher vorstellt. Und dabei ist es egal welche Sportart man nimmt. Den Radsport kann man aber durchaus als eine der härtesten Sportarten der Welt ansehen. Ein Sprichwort im Radsport besagt Folgendes: drink, eat, train, eat, sleep, repeat.

Und genau so ist es auch. Vor allem im Moment. Jetzt wo ich das schreibe befinde ich mich in der finalen Vorbereitungsphase am Gardasee. Der Tagesablauf ist relativ simpel: Frühstücken, dann je nach Temperatur, Wetter und Trainingsvorgabe starte ich zwischen 10 und 11 zu meiner Fahrt die immer zwischen 4 und 5 Stunden liegen. Das wären dann so zwischen 110 und 160 Kilometer. Mit dabei sind jede Menge Intervalle, also körperliche Belastungen, um gezielt Reize für die ersten Rennen zu setzten, damit der Körper dort bestens eingestellt am Start ist.

Das klingt schon mal schön: Sonne, Italien und dann noch dem Hobby nachgehen. Doch wie eingangs erwähnt ist das in 70% der Fälle nicht so. Auch wenn man keinen guten Tag hat oder müde ist, muss man das Training runter spielen. Komme was wolle. Oft ist es auch psychisch schwer, schon wieder so lange am Rad zu sitzen. Klingt makaber, aber wenn man bedenkt, dass ich fast 30.000 Kilometer (inkl. Rennen) im Jahr abspule, ist es normal, dass es nicht immer läuft wie man es will. Im normalen Berufsleben ist es ja auch so, dass man nicht jeden Tag gleich super drauf ist. Da kann aber schon ein guter Espresso wahre Wunder bewirken. Ein Kaffeestopp gehört aber immer dazu, im speziellen in Italien. Wir Radfahrer werden ja als Kaffeeliebhaber abgetan, was auch stimmt. Kaffee in all seinen Formen und Genüssen ;)

DSC_0084cut
Ohne Kaffee geht gar nichts! Un Kuchen muss auch dabei sein.

Nachdem wir zurück sind wird erst einmal eine Kleinigkeit gegessen. Ab und zu kommt bei mir auch noch ein Kraftzirkel mit dazu, der auch eine gute ½ Stunde in Anspruch nimmt.

Nachdem das auch erledigt wäre, wird groß aufgekocht. Klar gibt’s da jede Menge Nudeln, Fleisch, Reis, Gemüse,….man muss ja die verbrannten Kalorien (2500-4000) irgendwie wieder rein bekommen. Dazu gibt’s schon hin und wieder mal ein Bier oder ein/zwei Glaserl Wein, denn wie die Mönche im Kloster müssen wir hier nun auch wieder nicht leben.

Nach einer hoffentlich erholsamen Nacht geht’s wieder von vorne los. Einzige Ausnahme: ein Ruhetag. Da wird alles locker genommen. 1 – 1 ½ Stunden am Rad mit einer ergiebigen Kaffeepause ist dabei eine Pflicht. Ansonsten ist auch hier alles gleich. Meistens haben wir sogenannte 3er Blöcke, das heißt 3 Tage Training und 1 Tag Erholung.

Die meisten mögen jetzt meinen: „Ach 4-5 Stunden nur Arbeit zu haben jeden Tag. Ein Traum.“ Da muss ich aber dazu sagen, mit den 4-5 Stunden ist es noch lange nicht getan. Mit zur Arbeitszeit gehört auch das Essen (machen und essen natürlich ), das Nichts Tun und Schlafen (Erholung). Denn wenn man nicht erholt ist und den Körper nicht mit den nötigen Super Sprit (Essen) versorgt kann man nicht richtig arbeiten und man wird schlechter, verdient weniger, fährt weniger Rennen, man kommt aufs „Abstellgleis“ und dann war‘s das. Also quasi ein Fulltime Job durch und durch.

Mein Alltag unterm Jahr sieht natürlich ganz anders aus, da jede Woche lange und schwere Rennen am Programm stehen. Aber dazu dann mehr, wenn es soweit ist.

Ich hoffe ich kann euch so ein wenig einen Einblick den meinen Alltag geben.

Max

0 Kommentar(e)

Mehr Kommentare
Noch keine Kommentare zu diesem Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. *Pflichtfelder