Kufsteinerland

After Work auf den Berg

Rein in die Wanderschuhe

Raus aus dem Alltag. Das dachten wir uns, als meine Kollegin und ich direkt vom Bürostuhl ins Kaisergebirge aufbrachen. Das Ziel: Hoch zum Weinbergerhaus, übernachten, frühstücken und voller neuer Energie zurück an den Schreibtisch. Soweit der Plan. Entspannte Stunden oder doch ein stressiger Kurztrip – das wollten im Selbsttest herausfinden.

Raus aus dem Alltag

Die letzten Telefonate sind erledigt, die letzten Mails abgeschickt. Ein kurzer Blickkontakt, der suggeriert „Ich bin bereit“ und schon finden wir uns in Wanderklamotten auf einem sanft nach oben schaukelnden Sessel des Kaiserlifts wieder. Auf den 1er Sesseln tauchen wir ein in die Natur des Kaisergebirges und lassen Füße und Seele baumeln. Die Verkehrsgeräusche der Inntalautobahn werden leiser, je höher wir kommen und vermischen sich hier und da langsam aber sicher mit dem Rascheln der Blätter und mit Vogelgezwitscher. Die Atemzüge werden tiefer und der Duft von Kräutern und Wald steigt in unsere Nasen. Spätestens als wir an der Mittelstation aussteigen, haben wir den Alltag hinter uns gelassen.

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Mit dem Kaiserlift Kufstein geht es nach oben

Naturschauspiel am Gamskogel

Jetzt heißt es die eigenen Kräfte zu mobilisieren, denn über Forstwege und kleine Steige geht es zu Fuß weiter Richtung Brentenjoch und über Wurzeln, Steine und Stufen zum Gamskogel auf 1449 m. Die letzten Stufen durch den Wald werden steiler, bis sich am Gamskogel angekommen die Bäume zu einer ganz besonderen Aussicht auf den Zahmen und Wilden Kaiser lichten. Wir nehmen Platz auf den Lärchenholzbänken des Kraftplatzes Himmelschauen, die es ermöglichen in alle Himmelsrichtungen zu sitzen oder zu liegen. Der Blick ist gewaltig: Über dem Wilden Kaiser braut sich ein Gewitter zusammen, Totenkirchl und Karlsspitze sind von düsteren Wolken umgeben, im Hintergrund ein leises Donnern, während die Sonne, die den Gamskogel noch bescheint, alles in ein eigentümliches Licht taucht. Ein fesselndes Naturschauspiel – aber wir müssen weiter, bevor uns das Gewitter zu nahe kommt.

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Über dem Wilden Kaiser braucht sich was zusammen

Idyllische Bergwelt in urigem Almdorf

In sportlichem Tempo steigen wir über kleine Stufen und Tritte vom Gamskogel ab und wandern über einen aussichtsreichen Pfad weiter Richtung Steinbergalm, während wir einen weiteren Kraftplatz, die eindrucksvolle Urtanne am Steinberg passieren, die ebenfalls in mystisches Licht getaucht ist. Seit etwa 300 Jahren trotzt sie hier Wind und Wetter, ein Gedanke der ehrfürchtig werden lässt. Mit dem Gewitter im Rücken bleibt jedoch keine Zeit zum Verweilen. Von hier ist das urige Almdorf schnell erreicht. Hier ließe sich an der idyllisch gelegen Marienkapelle am Steinberg bei beständigerem Wetter umgeben von der traumhaften Bergwelt Kraft tanken. Vorbei an der Kaindlhütte, an der ebenso eine Übernachtung möglich wäre, gelangen wir schließlich zur Brentenjochalm. Die letzten 50 Höhenmeter zum Weinbergerhaus sind steil. Am Wegesrand erhaschen wir noch den Kraftplatz Freiraum – Raum – Zeit und schmieden schon unsere nächsten Pläne: hier findet doch die Yoga Stunde der Morgenfahrt des Kaiserlifts statt?

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Die Urtanne am Steinberg

Abendstimmung am Weinbergerhaus

Als wir am Weinbergerhaus ankommen ist es 20 Uhr, das Gewitter hat sich aufgelöst. Auf der Panoramaterrasse werden wir herzlich empfangen, der Chef steht persönlich am Grill. Mit bestem Blick auf Pendling und Mittagskopf lassen wir uns unser verdientes Abendessen und ein kühles Getränk schmecken, während die untergehende Sonne die gegenüberliegende Bergwelt in ein intensives Rot taucht. In der Ferne Wetterleuchten. Während andere Hüttenbesucher noch ins Tal zurück müssen, genießen wir den Sonnenuntergang, den Blick ins Inntal den Sternenhimmel in vollen Zügen – ein erhabenes Gefühl.

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Traumhafter Sonnenuntergang über den Bergen

Berg to Business

In den frisch bezogenen Betten, für die wir nicht einmal einen Hüttenschlafsack brauchen, schläft es sich besonders gut, bis die ersten Sonnenstrahlen uns wecken. Jetzt heißt es Zähne putzen, frühstücken und über den Schneerosenweg zur Mittelstation des Kaiserliftes absteigen. Wir lassen uns ins Tal gondeln und sitzen kurze Zeit später wieder am Schreibtisch.

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Zurück im Tal

Unser Fazit:

Alles in allem ein perfekter Kurztrip in die Bergwelt des Kufsteinerlands als kleine Auszeit vom Alltag. Einfach mal ausprobieren!

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