Kufsteinerland

Doppeltes Gipfelglück für Grenzgänger

Vom Berg „Kranzhorn“ und seinen zwei Gipfelkreuzen

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Kranzhorn in Erl, der Aussichtsberg mit 2 Gipfelkreuzen

Nein, man sieht nicht doppelt, wenn man auf dem Gipfel des Kranzhorns steht. Und trotzdem sind da zwei Kreuze, die nur wenige Meter voneinander entfernt in die Höhe ragen. Ein kurioser Anblick, der schon bei so manchem Wanderer für Kopfzerbrechen sorgte. Warum das so ist und welche Überraschungen der bekannte Aussichtsberg sonst noch zu bieten hat, erfahre ich von Alexandra Maier, der Gastwirtin von der Kranzhornalm.

Wie der Berg zu seinem Namen kam

Ist es die Grenze zwischen Tirol und Bayern, die dem 1.366 Meter hohen Berg seinem Namen verliehen hat? Oder stammt er doch von „Khrants“ – Wacholder auf Tirolerisch – ab? „So genau weiß man es eigentlich nicht. Auch wer die Gipfelkreuze aufgestellt hat ist bis heute noch ein Rätsel“, erklärt Alexandra Maier. Was man jedoch weiß ist, dass das Kranzhorn zu einem der beliebtesten Aussichtsberge in Österreich zählt. Und das bestätigt sich auch immer wieder: „Unsere Wandergäste sind begeistert von dem faszinierenden Weitblick. Aber nicht nur das, schließlich wartet ganz oben eine seltene Überraschung!“

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Hüttenwirtin Alexandra mit ihrem Bruder Martin

Der Doppelgänger auf 1.366 Meter Höhe

Es gibt unzählige Routen, die auf den Gipfel des Kranzhorns führen. Die einen starten in Bayern, die anderen von der Tiroler Seite. Aber eines haben alle Wanderer gemeinsam: das Ziel am Gipfel. Und so einen Gipfel wie am Kranzhorn sieht man nicht alle Tage. Auf der Bergspitze ragen seit 1900 gleich zwei Kreuze in die Höhe. Der extrem seltene Anblick lässt die Frage aufkommen: „Warum ist nicht ein Gipfelkreuz genug?“

Und wer sich vorab schon etwas mit seiner Tour beschäftigt hat, der weiß, dass er nicht „doppelt“ sieht und das alles einen triftigen Grund hat: „Direkt am Berg befindet sich die Grenze von Bayern zu Österreich. Und damit jedes Land sein eigenes Denkmal hat, stellte man zwei Kreuze auf“, informiert Alexandra Maier. Es ist nicht schwer zu erkennen, welches Kreuz für welches Land steht: „Eines ist aus Metall, das andere aus Holz. Uns naturverbundenen Tiroler gehört natürlich das Holzkreuz, das vor zehn Jahren von den Erler Jungbauern restauriert wurde“, verrät Alexandra Maier, von der ich noch mehr über die verschiedenen Routen erfahre.

Alle Wege führen aufs Kranzhorn

Zumindest ganz viele. Und das von zwei Ländern aus, wie uns Alexandra beschreibt: „Die einfachste Route führt von der Erler Bergstraße aus auf den Berg. Vom beschilderten Parkplatz erreicht man über einen Forstweg nach nur einer Stunde die Gipfelkreuze. Ein bequemer Weg, der bei Familien und Mountainbikern sehr beliebt ist.

Die Alternative für sportliche Bergfexe führt zwei Stunden lang vom Erler Ortsteil Scheiben über Steige. Wer von Bayern aus starten möchte, folgt dem schattigen zweistündigen Forstweg von Windshausen oder Samerberg aus. Die ganz eiligen Wanderer nehmen die Abkürzung und erreichen in rund einer dreiviertel Stunde den Gipfel. Ganz egal für welche Seite man sich entscheidet, alle Wege führen auf den Berg – und vorbei an unserer Kranzhornalm“, grinst Alexandra.

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Die Kranzhornalm ist nur 20 Minuten vom Gipfel entfernt

Kranzhornalm: Zu Gast bei Freunden

Wenn die „Musi“ spielt, die Wanderer mit sensationellen Gerichten verwöhnt werden und die Tiroler Herzlichkeit spürbar wird, dann befindet man sich auf der Kranzhornalm, nur 20 Minuten vom Gipfel entfernt. Denn dort oben kümmert sich Familie Anker noch höchstpersönlich um ihre Gäste: „Meine Eltern sind seit 45 Jahren auf der Alm, vor drei Jahren habe ich gemeinsam mit meinem Bruder die Hütte übernommen“, erzählt Alexandra.

Und zu erleben gibt es auf 1.300 Meter so einiges: Nach heißen Challenges am höchsten Fußballplatz Tirols oder abenteuerlichen Stunden am Spielplatz und im Streichelzoo warten entspannende Momente in der urigen Hütte. „Pressknödel mit Sauerkraut, Blutwurstgröstl oder selbstgemachte Kuchen von der Mama haben schon viele Wanderer verzückt. Dazu gibt´s eine zünftige Musi vom Papa und die urige Hüttenatmosphäre ist perfekt. Und wer sich spontan entscheidet die Nacht bei uns zu verbringen, auf den wartet ein Matratzenlager für 17 Personen“, lächelt Alexandra.

Ein Gipfel, zwei Kreuze, unzählige Erlebnisse

Unvergessliche Momente gibt es am Kranzhorn viele. Der Aufstieg hält für wachsame Augen Überraschungen bereit. Da kann es schon einmal sein, dass eine Gämse den Weg quert, man die seltene Enzianblüte oder die Almrose am Wegrand erspäht. Spätestens wenn man die kuriose Überraschung am Gipfel mit den zwei Kreuzen bestaunt hat, schweift der Blick in die Ferne: Definitiv die größte Belohnung für Gipfelstürmer. Von den Loferer Steinbergen über den Wilden Kaiser, von den Chiemgauer Alpen bis ins Inntal: Dem Blickfeld sind – außer der deutsch-österreichischen – keine Grenzen gesetzt. „Man kann ja viel darüber erzählen, aber erst wenn man dort ist weiß man wie schön es wirklich bei uns ist“, sagt Alexandra abschließend.

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Ein Besuch auf der Kranzhorn Alm verspricht ein unvergessliches Bergerlebnis

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