Kufsteinerland

Es regnet! ... Aber was soll’s!

Fichte, Tanne und eine feurige Überraschung

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„Bin ich nicht schön?“

Da hat man in diesem Sommer keine Wahl. Also rein in die Regenhose und in die Regenjacke und raus in den Wald. Meine kleine Wandergruppe ist gut ausgerüstet und die Kinder strahlen mich ganz unbeschwert und erwartungsvoll an.

Die Vielzahl an Bäumen

Wir wandern in den Wald und ich erzähle einiges über unsere vielzähligen Bäume. Besonders den Unterschied zwischen Fichte und Tanne zu erkennen macht den Kindern Spaß. Eine Zeitlang bestimmen sie jeden Nadelbaum am Wegesrand: „Fichte... Tanne… Fichte… Tanne…“ so geht es dahin. Auch die kleinen sternförmigen Sämlinge am Boden werden genau beobachtet und vorsichtig umgangen, was bei dieser großen Anzahl gar nicht so einfach ist. Schließlich soll aus jedem ein Baum werden!

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Fichtensame mit Krönchen

Wer läuft denn da durch den Wald?

Den Blick auf den Boden gerichtet, erleben wir ein besonderes Highlight – ein Feuersalamander versucht sich flott aus dem Staub zu machen. Aber unser Forscherblick hat ihn schon entdeckt und verfolgt seine Spur. Ich knie mich nieder und nehme ihn behutsam in die Hand. Mit Sorgfalt halte ich ihn fest, um ihn und seine Giftdrüsen nicht zu reizen.

Andächtig knien die Kinder neben mir nieder und betrachten den hübschen Waldbewohner, der ja diese Wetterbedingungen liebt. Ich erzähle einiges über seine Lebensgewohnheiten und über seine Kindheit im Bach. Viele erstaunte „Ah“ und „Oh“s sind die Reaktion. Wir betrachten den Kopf, die Füße und den Körper und können in seinem Muster einen Buchstaben erkennen. So wird er von Leonie kurzerhand „Leni“ genannt. Zurück auf dem Boden macht sich „Leni“ schleunig auf den Weg ins Unterholz, von vielen glücklichen Augenpaaren verfolgt. Gerade noch konnte ich ein Foto von „Leni“ machen.

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Leni auf der Flucht!

Wir werden nochmal fündig...

Im naheliegenden Bach findet mein suchender Blick auch bald eine Feuersalamander-Larve und auch die kleinen Gäste können sie entdecken, und noch eine, welche Freude! Wer hätte das gedacht, dass die Larven noch keine gelben Flecken, dafür aber Kiemen zum Atmen haben?

Glücklich und zufrieden beenden wir unsere Runde durch den Wald. Die Gäste strahlen, sie haben was dazu gelernt, sich trotz Regen in der frischen Luft bewegt und hatten ein besonderes Erlebnis – sie haben „Leni“ kennengelernt.

Ich werde zu Hause die Fotos und Fundplätze dem Amphibien-Forscher Florian Glaser von der Universität Innsbruck schicken, der gerade eine Bestandsaufnahme der Tiroler Feuersalamander-Population macht und um jede Fundmeldung froh ist. So kann ich neben meiner erfüllenden Arbeit als Naturpädagogin einen Beitrag für die Wissenschaft leisten. Das macht mich glücklich und zufrieden, und Florian auch. Da kann übrigens jeder mitmachen! Einfach Florian anrufen (0650 5762100) und den Fundort möglichst genau beschreiben, GPS-Daten wären spitze! Wer ein Foto machen konnte, kann das auch gerne per Mail schicken an florian.glaser@aon.at

Und?
Es regnet ….. schon wieder! Die Feuersalamander lieben den Regen! Also - was soll’s! :-)

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