Kufsteinerland

Extremerfahrung KOASA-Marsch

oder auch: kaiserlich an seine Grenzen stoßen

Vom Engagement der Veranstalter des KOASA-Marschs motiviert, kam uns die Idee selbst beim Marsch teilzunehmen, anstatt ihn nur zu bewerben. Im Nachhinhein zwar eine geniale aber auch grenzwertige Idee für den ein oder anderen. Von Anfang an war klar, wenn dann nur nichtig, sodass die Entscheidung für den 33er Marsch nicht lange diskutiert werden musste. Ich glaube uns war einfach nicht bewusst wie viel 33km tatsächlich sind, aber das war vielleicht auch gut so, sonst hätten wir uns sicher nicht so durchgebissen und die traumhafte Natur des Kaisergebirges verpasst!

Einige Wochen vorher schlugen wir also die Werbetrommel und es kamen recht rasch 6 aus dem Team (plus Anhang) zusammen, die spontan Lust dazu hatten. Die Vorbereitungen dazu liefen ganz unterschiedlich, sportlich sind wir allerdings alle. Vor allem aber wurde schon das Mundwerk trainiert indem wir uns, je näher das Datum rückte, immer intensiver über den Marsch unterhielten.

Wir fragten uns . . .

  • Was zieht man an?
  • Was hat man bisher so gemacht um sich körperlich darauf vorzubereiten? "Öh, ich geh heut mal aufn Berg, vielleicht so ne Stunde." ;-)
  • Was nimmt man mit?
  • Gibt's was zu essen unterwegs?
  • Wisst ihr eigentlich, wie lange 33 km sind?????
  • Der letzte Teil aus dem Kaisertal wird bestimmt zäh . . .
  • Wie lange werden wir wohl brauchen?

Fest stand: Treffpunkt 5:45 Uhr in Ebbs beim Schulgelände und dann Abmarsch gegen 6:00 Uhr.

Gesagt getan. Und so kam der 18.06. und bei schönstem Morgengrauen ging es bergauf über den Musikantensteig zur Vorderkaiserfeldenhütte. Wir waren alle fit und putzmunter, sodass wir die ersten und meisten Höhenmeter gut hinter uns brachten. Nach einer kurzen Stärkung marschierten wir guter Laune fleißig weiter, wobei die Zeit zu verfliegen schien, so gut unterhielten wir uns…bis zur Hinterkaiserfeldenalm. Plötzlich war da keine Markierung mehr, das kam uns dann doch komisch vor. Nachdem die ersten Vorschläge wir könnten einfach den Weg weiter gehen abgetan wurden (man kommt nur weiter hinauf zu den Gipfeln anstatt quer zur Hochalm) haben wir dann doch eingesehen, dass wir uns wohl verlaufen haben. Wie peinlich als ortsansässige… Naja aber die Gesprächsthemen waren eben gut!

Nach einem Umweg von sicher über 30 Minuten waren wir dann an der richtigen Abzweigung. Danach ginge es bergauf bergab über den aussichtsreichen Höhenweg, der stellenweise gute Trittsicherheit erfordert, es aber absolut wert ist! Um die Mittagszeit peilten wir dann die Hochalm und nach kurzem Stop das Stripsenjochhaus an. Beides Orte mit enorm schönem Blick. Wir wollten uns gar nicht satt sehen. Doch ein langer Abstieg wartete auf uns und es war schon später als gedacht.

Jetzt begann das stetige Bergab und auch die Leidensphase für so manche, die es mit den Knien zu tun bekamen. Nach den bereits gesammelten Kilometern fanden die es nämlich weniger toll, dass sie jetzt im Dauereinsatz beansprucht wurden und so wurde der Abstieg trotz Stöcke eher unangenehm. Naja wir hatten keine andere Wahl, es musste weiter gehen. So langsam merkte man unseren Gesprächen die Müdigkeit an. Sie wurden immer kürzer und seltener. Aber wir kämpften.

So ging es dann immer wieder leicht wellig durch das Kaisertal Richtung Kaiseraufstieg hinaus. An der Abzweigung Bödenalmweg traf uns dann kurz der Schlag, dass wir immer noch 13km vor uns hatten…13??? Gefühlt hatten wir schon 30km hinter uns und dann erzählen uns die Jungs an der Kontrollstelle es seien noch 13? Hm, nutze nichts, wir mussten weiter. Beim Veitenhof gab es dann noch einen kurzen Käsekaufstopp (die paar Minuten waren dann auch voll egal) bevor es auf die letzten zähen 6km stur geradeaus Richtung Ebbs ging. Die hatten es nochmal in sich, da wurde das Durchhaltevermögen abgeprüft. Außerdem war es schon halb 6 und 18 Uhr war Deadline für die Zeitnehmung. Das wollten wir uns nicht bieten lassen, erst nach 18 Uhr einzutrudeln. Die Hälfte der Gruppe gab Gas, auch um die Strecke schnell hinter sich zu bringen. Und so kamen wir viertel nach 6 völlig k.o. aber enorm stolz es geschafft zu haben wieder am Schulhof in Ebbs an.

Insgesamt betrachtet war es eine richtig schöne Erfahrung, die wir nicht missen wollen. Der Schmerzen zum Trotz ist der Weg einfach genial, die Veranstaltung eine sehr schöne und wir werden definitiv nächstes Jahr wieder dabei sein!

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Wir haben's geschafft! Ausgepowert und voller Stolz haben wir nach ca. 12 Stunden das Ziel erreicht!

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