Kufsteinerland

Meine erste Erfahrung mit den Tiroler Festspielen

Was mich da wohl in Erl erwartet?

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Das beeindruckende Festspielhaus in Erl

Mein halbes Leben habe ich in Wien verbracht, bevor es mich beruflich nach Erl verschlug. Als begeisterte Besucherin von klassischen Konzerten in der Kulturhauptstadt schlechthin, war ich etwas skeptisch: „Klassik in Erl?“ Ich konnte mir nicht so recht vorstellen, dass in diesem kleinen, wenngleich sehr hübschen Ort, eine vergleichbare Musik geboten wird.

Das Eröffnungskonzert

Nachdem der heurige Schwerpunkt russischen Komponisten gewidmet war, pilgerte ich gleich zur Eröffnung. Es war ein lauer Sommerabend. Majestätisch stand das imposante Festspielhaus mit seiner dunklen Fassade vor mir. Ehrfürchtig - als müsse man sich vor ihm verbeugen - stieg ich die Feststiege zum Eingangsbereich hinauf und war ganz angetan von dem Blick in die umgebende Tiroler Berglandschaft. Aber nicht nur dieser Anblick erfreute mein Herz, auch die vielen elegant gekleideten Damen und Herren erinnerten mich an die Besucher der Wiener Staatsoper.

Vier Uraufführungen junger russischer Komponisten sowie Werke des italienischen Pianisten Busoni standen auf dem Programm. Als ich den ersten Klängen der Musik lauschte, musste ich an die Worte von Dr. Haselsteiner denken, der in seiner Eröffnungsrede sagte, “man müsse offen sein für Neues und Mut zum Risiko haben“.

Die Freude an der klassischen Musik kam bei mir nicht von heute auf morgen. Es war mehr ein vorsichtiges Herantasten, ein Loslassen, ein Sich-Auf-Etwas-Einlassen. Und eben dieses Verständnis für die moderne Klassik musste man aufbringen, um diese Art der Musik auch richtig genießen zu können.

Das anschließende einstündige Monumentalwerk für Klavier und Orchester war ebenfalls eine Klasse für sich.

Es folgten noch weitere einzigartige Kulturabende

Tief beeindruckt und gerührt von diesem Konzert besuchte ich weitere. Ein Höhepunkt war sicher das Klavierkonzert von Tschaikowsky und die Alpensymphonie von Strauss im Passionsspielhaus.

Aber auch die Kammerkonzerte wie der Klavierabend mit Davide Cabassi oder das Signum Saxophon Quartett in Kombination mit dem Violoncello waren ein einzigartiges Kulturerlebnis.

Die Klassik in Erl hat mich also überzeugt und meine anfängliche Skepsis ist der Begeisterung gewichen. Nach dieser Festspielzeit ist mir klar, dass in Erl alleine die Musik den Ton angibt!

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