Kufsteinerland

So machen Sie Ihre Kräuter fit für den Winter

Kostbare Energielieferanten im Blickpunkt

Die Blätter fallen langsam von den Bäumen und die Kräuter entfalten ihre Kräfte ein letztes Mal – der Herbst zieht ein und die Natur bereitet sich auf die ruhige Winterzeit vor. Unsere Sammelkörbe füllen sich mehr mit Wurzeln, Beeren und Schwammerl statt wie im Frühling mit Blüten und Blättern. Damit Sie auch im Winter nicht auf Energielieferanten verzichten müssen, verrät Kräuterhexe Maria Bachmann hilfreiche Tipps zur Vorratshaltung.

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Die wohl schonenste und gleichwohl beste Art ist die Kräutertrocknung an der Luft.

Fit im Winter

Wenn im Winter die Landschaft mit einer weißen Schneedecke eingehüllt wird, bedeutet das noch lange nicht, dass man keine frischen Kräuter mehr zur Verfügung hat. „Es gibt viele Möglichkeiten, die frischen Frühlings- und Herbstkräuter haltbar zu machen“, erklärt uns Kräuterhexe Maria Bachmann.

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Kräuterhexe Maria kennt fast jede Pflanze beim Namen. Sie weiß, wie sie wirkt und für was man sie einsetzen kann.

Wie man Kräuter haltbar macht:

  • Trocknen
  • Einlegen
  • Einfrieren

Trocknen – die gängigste Methode

Trocknen ist nicht gleich trocknen. „Schon beim Sammeln sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen nicht mehr nass vom Morgentau sind“, so die Kräuterhexe. Maria´s Tipp: „Vor dem Trocknen die Kräuterschätze nicht waschen, sonst geht ein Großteil der Aromastoffe verloren.“ Die Blätter und Beeren möglichst dünn auf einen Gitterrost oder in Holzkisten auflegen und in einen dunklen, luftigen Ort stellen und regelmäßig wenden. Nach drei bis fünf Tagen sind sie fertig getrocknet. Sobald die Kräuter und Beeren resch sind, werden diese in saubere Gläser gefüllt und mit Datum und Inhalt beschriftet. Etwas anders geht man bei Wurzeln vor. „Nach dem Waschen schneide ich die Wurzeln in 1-3mm kleine Würfel, schichte sie in eine Holzkiste und warte bis sie steinhart werden.“

Einlegen mit Öl

„Die meisten Kräuter enthalten ätherische Öle und sind gut fettlöslich. Das sind die besten Voraussetzungen fürs Einlegen“, weist uns Maria Bachmann hin. Die getrockneten Kräuter (siehe oben) in ein verschließbares Gefäß, wie zum Beispiel eine Glasflasche, geben und mit Öl auffüllen, sodass die Kräuter bedeckt sind. „Am besten eignen sich zarte Kräuter wie Bärlauch und Basilikum, aber auch Gewürzkräuter wie Rosmarin, Salbei oder Bohnenkraut kann man gut einlegen“, offenbart uns Maria. Die Mischung lässt sich in kleineren Portionen gut einfrieren. In Marmeladegläsern hält die Öl-Kräutermischung gut zwei Monate.

Einfrieren – Kräuter & Beeren in der Tiefkühltruhe

In tiefgefrorenen Kräutern und Beeren bleiben Aromen, Inhaltsstoffe und die Farbe besonders gut erhalten. Einmal geerntet, haben es Beeren gerne kühl und dunkel. Meistens halten sie nur ein bis zwei Tage, bis das Sammlerglück verdirbt. Deshalb eignet sich gerade für wilde Beeren das Einfrieren perfekt. Maria´s Tipp: „Die Beeren einzeln auf ein Tablett setzen, einfrieren und danach in praktische Gefrierbeutel umfüllen.“ Dasselbe gilt übrigens für Herbstkräuter auch. Nach dem Trocknen zerkleinern und in Säckchen in der Tiefkühltruhe verstauen. „Was gibt es Besseres, als im tiefsten Winter den einzigartigen Geschmack der Frühlings- und Herbstkräuter genießen zu können“, fragt sich Kräuterhexe Maria Bachmann, die sogleich die wichtigsten Herbstkräuter erklärt:

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Wer seine Kräuter zum richtigen Zeitpunkt erntet, hat länger Freude an ihrem wunderbaren Geschmack.

Die Hagebutte

Sie entsteht aus den zarten weißen Blüten der Wildrose und wächst in Hecken, Gebüschen und Böschungen. Im Herbst ist die Hagebutte an ihren kleinen orangen Beeren erkennbar.

  • Anwendung: ist ein wichtiger Vitamin C Lieferant, hilft gegen Arthrose
  • Wintervorbereitung: Die Beeren zum Trocknen an einen warmen Platz legen oder bei minimaler Hitze im Backofen erwärmen. Danach lässt sich damit ein Tee zubereiten (kalt ansetzen und kurz aufkochen lassen) oder ein heißes Bad mit Beeren genießen.
  • Maria´s Tipp: „Die Beeren verlieren nach dem Trocknen nicht ihre Vitamine und sind bis zu einem Jahr haltbar.“
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Hagebutte

Der Holunder

Er ist kaum zu übersehen und wächst besonders gerne in der Nähe von Häusern. Im Frühling zeichnen den Holunder der einzigartige Duft und die weißen Blüten-Dolden aus. Zum Herbst hin verwandeln sich die Blüten in Beeren.

  • Anwendung: stärkt das Immunsystem, ist entzündungshemmend und beugt Erkältungen vor.
  • Wintervorbereitung: Die Beeren im Ofen erhitzen, bis sie weich werden. Danach kann man leckeres Kompott, Sirup oder Likör daraus machen.
  • Achtung: Rohe Beeren sind giftig!
  • Maria´s Tipp: Trinkt man jeden Tag ein Stamperl Holunderbeerensaft, dann wird man im Winter nicht krank.“

Die Herzbeere

Das Geißblattgewächs, das auch „gemeiner Schneeball“ genannt wird, wächst an Ufern und in der Nähe von Gewässern. Man sagt, die Herzbeere nimmt den Kummer der Menschen ab und hilft bei Depressionen. Achtung: Nicht zu verwechseln mit dem giftigen roten Holunder.

  • Anwendung: bei seelischer Niedergeschlagenheit, desinfiziert.
  • Wintervorbereitung: Sind die Beeren in heißem Wasser gekocht, kann man sie zu Marmelade verarbeiten.
  • Achtung: Roh sind die Beeren nicht genießbar! Leicht zu verwechseln mit der giftigen Vogelbeere!
  • Maria´s Tipp: „Das beste Erkältungsmittel im Winter: Die gekochten Beeren zusammendrücken und mit heißem Wasser aufgießen.“
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Herzbeere

Die Baldrianwurzel

Man findet den Baldrian bei Spaziergängen vor allem an Waldrändern, in feuchten Wiesen oder Gräben. Mit einer Schaufel lassen sich die frischen Wurzeln leicht ausgraben.

  • Anwendung: beruhigend, schlaffördernd, krampflösend, muskelentspannend
  • Wintervorbereitung: Die Wurzel ansetzen in hochprozentigen Alkohol. Die Tinktur in Tropfenform einnehmen.
  • Maria´s Tipp: „Baldrianwurzel, Melisse, Johanneskraut und Passionsblume in Kombination sind die perfekte Basis für ein natürliches Schlafmittel.“
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Baldrian

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