Kufsteinerland

Wenn die Energie aus dem Wasser blubbert

Kraftplatz „Blaue Quelle“ im Kufsteinerland

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Die Blaue Quelle wurde als erster Ort Tirols 1926 zum Naturdenkmal erhoben.

Die Grillen zirpen, die Vögel zwitschern um die Wette und das Türkis des Wassers glänzt in der strahlenden Sonne. Zwei Parkbänke laden ein, mitten in dieser einzigartigen Natur Platz zu nehmen. Fast wie magisch angezogen fällt unser Blick auf die „Blaue Quelle“ in Erl. Die größte Trinkwasserquelle Westösterreichs ist ein ganz besonderer Kraftplatz im Kufsteinerland – und jeder, der selbst einmal dort war, weiß warum.

Kraftplatz Blaue Quelle

Der kürzeste und einfachste Weg zum Kraftplatz in Erl startet beim gleichnamigen Hotel Gasthof „Blaue Quelle". Das Auto bleibt am großen Parkplatz vor dem Haus stehen, Gastwirtin Gaby Struth heißt uns Willkommen und begleitet uns in Richtung Naturdenkmal. Sie kennt die Gegend rund um ihren Gasthof und ihr Hotel wie ihre Westentasche und versorgt uns mit Insider-Informationen. „Es ist die größte Trinkwasserquelle Westösterreichs“, verrät Gaby, während wir den asphaltierten, rund 150 Meter langen Weg zwischen Gasthof und einem Wohnhaus einschlagen. Unmittelbar vor dem ältesten Naturdenkmal Tirols geht es etwas bergab. „Ab jetzt heißt es genießen“, macht uns Gaby neugierig. Und sie hat definitiv nicht zu viel versprochen. Es ist als ob man in eine andere Welt eintaucht. Die hohen Buchen, Eichen, Linden und Birken spenden wohltuenden Schatten und das Autogeräusch der fernen Straße wird von dem Grillengezirpe und dem Vogelgezwitscher übertönt. Das grün-türkis schimmernde Wasser zieht uns sofort in seinen Bann. Eine wahre Augenweide – nicht nur für Naturliebhaber!

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Die Blaue Quelle in Erl lädt zum Träumen ein.

Umgeben von Wiesen und Wäldern

Wir machen es uns auf einer der zwei Parkbänke gemütlich, genießen die Ruhe und lauschen Gaby: „Wenn ihr die Wasseroberfläche genau beobachtet, seht ihr, wo das Wasser unterirdisch aus dem Felsen schießt. Der Berg drückt zwischen 700 und 1.000 Liter Wasser pro Sekunde heraus – das ist unglaublich viel“, erklärt Gaby. Tatsächlich sehen wir Stellen, wo sich das Wasser etwas kräuselt. Unvorstellbar, wie viel Bergwasser hier reinfließt – und vor allem mit welcher Geschwindigkeit. „Man weiß bis heute nicht, wo die Quelle genau entspringt. Man vermutet aber irgendwo am Berg, weil die Temperatur des Wassers immer zwischen sieben und neun Grad aufweist“, erzählt uns Gaby.

Wenn Wasser verzaubert

Die grüne Farbe des Wassers färbt sich an einer besonderen Stelle helltürkis – man fühlt sich fast wie auf den Malediven. Nur ist es hier viel schöner. „Dort, wo es türkis schimmert, befindet sich die tiefste Stelle mit 4,5 Metern. Die Farbe erhält das Gewässer, weil auf dieser Stelle keine Algen wachsen und direkt vom Boden aus Wasser in die Quelle fließt. Mit so einer enormen Kraft, dass man es blubbern hören und sehen kann“, informiert Gaby. Wer seine Sinne schärft, kann kleine Bläschen erkennen, die den Weg vom Grund bis zur Oberfläche suchen. Ein Wunderwerk der Natur, das zu Recht unter Schutz steht. Wir saugen noch einmal die Kraft auf, bevor wir uns wieder auf den Rückweg begeben.

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Die grüne Farbe des Wassers färbt sich an einer besonderen Stelle helltürkis.

Stärkung für den Gaumen

Während uns der Kraftplatz mit neuen Energien versorgt hat, meldet sich der Magen in Form eines langen Knurrens. Perfektes Timing, denn Gaby Struth lädt uns auf eine kleine Stärkung in ihr historisches Gasthaus & Hotel „Blaue Quelle“ ein. „1943 kauften meine Großeltern den Gasthof und benannten es nach dem Gewässer hinterm Haus – Blaue Quelle“, berichtet Gaby. Die Speisekarte ist groß und außergewöhnlich. Von traditionellen Gerichten wie Schweinsbraten & Co bis hin zu seltenen Genüssen wie Nierndl, Beuschl oder Kalbskopf findet hier jeder sein Lieblingsessen. „Ich empfehle eine Regenbogenforelle mit Gemüse. Die Fische werden direkt nach der Bestellung aus unserem kleinen Becken hinterm Haus geholt und von meinem Mann in der Küche frisch zubereitet“, so Gaby. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Nur wenige Minuten später kredenzt uns Alex Struth die kreativ angerichteten Teller. Und es schmeckt so wie es aussieht. Perfekter könnte unser Ausflug zu den zwei „Blauen Quellen“ nicht enden.

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