Kufsteinerland

Tai Chi und SUP

Beides eine Frage der Balance

Gleichgewicht der Lebensbereiche, Ausgleich oder auch Work-Life-Balance sind Schlagworte der modernen Zeit. Master Yuan Xiu Gang von der Wudang Daoist Traditional Kungfu Academy tätigte folgenden Satz bei einem seiner Vorträge: „Es geht immer um das Gleichgewicht!“

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Gleiten auf dem Wasser

Dieser Satz ging mir nach einer Weile nicht mehr aus dem Kopf und tauchte bei verschiedensten Themen in meinem Leben auf. Sogar beim kulinarischen Abschluss einer Wanderung; beim Einkehren fand ich plötzlich das auch der Kuchengenuss in Balance sein sollte. Also nicht mehr zwei Stück Kuchen oder gar drei, sondern nur mehr eines für mich.

Ein stabiles Gleichgewicht in unserem Leben kann so etwas wie ein Fundament darstellen, das es uns ermöglicht leichter und freier unseren Lebensweg zu beschreiten. Dazu gibt es natürlich verschiedene Methoden. Zum Beispiel in die Stille gehen, gerne an einem ruhigen Platz in der Natur, in einem Wald, an einem stillen Seeufer oder an einem Berghang mit einer Sicht in die Weite.

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Hechtsee – Wasser und Berge

Finde deine Balance

Zwei andere Möglichkeiten sind das Üben von Tai Chi oder Stand-up Paddeln (SUP). Tai Chi übe ich nun seit ca. 8 Jahren. Durch das regelmäßige Üben dieser langsamen und fließend ausgeführten Bewegungen wird die Körperwahrnehmung und -beherrschung gestärkt sowie die Entspannung und innere Harmonie gefördert. Zuerst übt man die Bewegung in der Stille und nach einiger Zeit spürt man die Stille in der Bewegung. Durch das tägliche Tai Chi Quan eröffnet man sich selber einen Weg zum eigenen Selbst. “In der Stille spricht die Seele.“ (Unbekannt)
Diese regelmäßige Stille kann Ihnen helfen, eine positive und reichhaltige Geisteshaltung zu erreichen.

Eine ganz andere Art Gleichgewicht zu lernen ist das Stehpaddeln (auch SUP). Während im Tai Chi auf festem Boden langsam Schritt für Schritt die Bewegungsabläufe gelernt werden und dabei langsam das Gewicht von einem Fuß auf den anderen verlagert wird findet das Stehpaddeln auf einem bewegten Untergrund statt. Vor ein paar Tagen hatte ich nun das erste Mal die Möglichkeit mein Gleichgewicht auf einem SUP-Board zu testen. An einem ruhigen Fleck am Hechtsee pumpte ich in aller Ruhe das Board auf, zog meine Schwimmweste an und begab mich auf das Wasser. Zuerst mal nur auf den Knien beziehungsweise sitzend machte ich mich mit dem Board vertraut und paddelte ein paar Runden. Ziemlich schnell merkte ich, dass Gleichgewicht nicht gleich Gleichgewicht ist. Die Versuche Aufzustehen gestalteten sich nicht gerade einfach. Letztendlich war es für mich nicht Stehpaddeln (SUP) sondern mehr Kniendpaddeln (KUP - KneelUpPaddling ;-) )

Ich habe dann den SUP-Lehrer Michael Weiler nach seinen Gedanken zum Thema Stehpaddeln und nach etwaigen Tips befragt. Einer seiner Tips war, nicht direkt nach einem stressigen Tag auf das Board zu steigen, sondern sich vorher etwas zu entspannen. „Der Mensch strebt ja immer nach Bewegung. Das Brett an sich ist die Ruhe. Mit unserer Unruhe geben wir erst den Impuls, das das Brett wackelt.“ so Michael Weiler. Was für ein interessanter Gedanke. Erst mit meiner Dysbalance habe ich das Board zum Wackeln gebracht. Hätte ich die Fragen nur vorher gestellt. Die Antworten wären mir eine große Hilfe gewesen. Ich ziehe meinen Hut vor Allen, die auf dem Board sogar Yoga-Übungen und anderes mehr durchführen können.

Also die Thematik der Balance ist in beiden Bewegungsarten von großer Bedeutung. Wo und wie stehen wir im Leben? Wie stabil? Mit diesen Fragen zum Abschluss bin ich dann ruhig am Board gesessen und habe mich einfach treiben lassen. Draussen am Wasser, fast wie in einer anderen Welt. Ich bin eingekehrt in die innere Stille, habe meine Gedanken etwas sortiert und bin ruhig und entspannt ans Ufer zurückgekehrt.

Mein Dank gilt Frau Verena Jung für die Fotos, die beim Stehpaddeln entstanden sind.

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