Kufsteinerland

10. Internationales Hufeisen- und Plattenwerferturnier am Niederndorferberg

Hoch- und Volkskultur im Kufsteinerland

Am Vorabend noch in der Aida im Erler Festspielhaus und noch ganz benommen von den stimmgewaltigen Opernsängern fuhr ich am Samstag gegen Mittag auf den Niederndorferberg zum Hufeisen- und Plattenwerfer Turnier. Eine solche kulturelle Vielfalt findet man nicht leicht woanders. Und gerade deshalb ist das Kufsteinerland eine Reise Wert!

Erl_ Ortsansicht_Menschen_Leben(c) Lolin (5)
10. Internationales Hufeisen- und Plattenwerferturnier

Im Gegensatz zu Erl hatte ich keine Ahnung was mich am Niederndorferberg erwartete, aber alleine der Titel der Veranstaltung weckte meine Neugierde und noch dazu war es ein 10-jähriges Jubiläumsfest. Als ich mich dem Veranstaltungsgelände näherte, wurde mir alleine an der Anzahl der parkenden Autos klar, dass es sich hier um eine wichtige Veranstaltung handeln muss. Dort angekommen, wurde ich herzlich vom Obmann Thomas Koller und anderen Vereinsmitgliedern begrüßt. Das Turnier war schon voll im Gange.

Organisation und Ablauf

Voller Stolz erzählte man mir, dass der Verein vor 10 Jahren mit 35 Mannschaften begonnen hatte, Turniere zu veranstalten. Heute sind es 64, davon 30 Profi- und 34 Hobbymannschaften mit je 4 Spielern, die aus Bayern, Salzburg, Oberösterreich und Tirol anreisten. Macht insgesamt 256 Teilnehmer! Wie ich später von einem oberösterreichischen Spieler erfuhr, zeichnet sich das Niederndorferberger Turnier durch den „riesengroßen Zusammenhalt von Verein und Landesverband aus. Auch ein Turnier dieser Größenordnung auszurichten sei eine enorme Herausforderung. Gerne kommen die Spieler hierher und nehmen auch lange Anreisen auf sich.“, so der Oberösterreicher.

Aus organisatorischen Gründen sind die beiden Mannschaften in jeweils 3 Gruppen eingeteilt. Pro Gruppe gibt es einen Sieger, die dann im Finale um den Wanderpokal kämpfen. Geworfen wird mit speziell angefertigten Geräten aus gehärtetem Stahl entweder in Hufeisenform oder mit runden und abgeschrägten Metallplatten auf ein 18 m entfernt liegendes sogenanntes „Hasei“. Nein, nicht auf ein „Skihaserl“, sondern auf einen Holzwürfel. Jene Mannschaft, die am nächsten zum Hasei wirft, bekommt die Punkte. Die Punkteanzahl ist entscheidend für den Sieg.

Die Regeln im Detail erspar ich den Lesern lieber, denn das ist eine Wissenschaft für sich. Zumindest für mich! Nur noch soviel: dieser Sport ist nicht nur Männern vorbehalten, nein es gab auch drei Frauenmannschaften. Die Regeln sind fast dieselben, außer die Wurfweite. Diese wurde auf 16 m reduziert.

Kein Erfolg ohne harte Arbeit

Man braucht eine gute körperliche Konstitution und Ausdauer, um bei Wettbewerben ganz vorne mitzumischen. Dauert doch ein Turnier rund 5-6 Stunden. So erzählte mir Thomas Koller, dass sie, die Profis versteht sich, gleich nach der Schneeschmelze mit dem Training beginnen und 2x wöchentlich trainieren.

Kulinarik und mehr

Neben der harten Turnierarbeit, dem ein Zeltfest am Vorabend vorausging, wurde auch viel gelacht, gegessen und getrunken. So wurden in den zwei Tagen über 800 Semmeln und fast 400 Hühner verdrückt. Den Bierkonsum verschweige ich lieber... Sehr kreativ fand ich auch die Getränkehalterungen bei den Schirmen und Stehtischen!

Zur Preisverteilung kam dann noch Bürgermeisterin, Elisabeth Daxauer. Jeder Teilnehmer bekam einen Preis. Deshalb gibt es auch 40 großzügige Sponsoren.

Musikalisch ausgeklungen ist das Turnier mit der Gruppe die Sunnseitn. Gefeiert wurde noch bis tief in die Nacht oder sagen wir besser bis früh in die Morgenstunden hinein. Da war ich aber schon wieder zu Hause und träumte vom Turnier…

0 Kommentar(e)

Mehr Kommentare
Noch keine Kommentare zu diesem Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. *Pflichtfelder

Das könnte Sie auch interessieren