Kufsteinerland

Festung Kufstein: Zeitreise durchs Gemäuer

Wenn historische Geschichten zu neuem Leben erweckt werden

Sich einmal wie ein Burgfräulein fühlen, die Zellen im Turm-Verlies bestaunen und sich von den herrlichen Klängen der größten Freiorgel der Welt inspirieren lassen – das und noch vieles mehr gibt es in der Festung Kufstein zu sehen. Eine abenteuerliche Reise in die Vergangenheit.

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Mit der modernen Panoramabahn gelangen Besucher bequem auf den Festungsberg.

Dort, wo Geschichte geschrieben wurde

Majestätisch thront die Festung Kufsteins auf einem felsigen und steilen Berg mitten im Herzen des Kufsteinerlandes. Die alten Gemäuer des imposanten Schmuckstückes scheinen unendliche Geschichten zu erzählen. Die Festung war ein heiß umkämpftes Objekt zwischen Bayern und Tirol, bis es König Maximilian I 1504 schaffte, Kufstein in Besitz des Hauses Habsburg zu schließen. Nach vielen kriegerischen Auseinandersetzungen kam Tirol 1814 wieder unter österreichische Herrschaft und die Festung befindet sich seit 1924 im Besitz der Stadt Kufstein. An diesem Ort wurden also Kämpfe ausgeführt, Feinde inhaftiert und Ritterturniere veranstaltet. Auf in die Festung!

Erlebniswelt Festung Kufstein

Kaum betritt man die Festung, fühlt man sich in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg zurückversetzt. Die weißen Mauern mit den schnörkeligen Handläufen und die riesigen Torbögen in den Wänden versprühen einen besonderen Charme. Es gibt insgesamt 24 Stationen zu entdecken. Das gesamte Areal in der Festung ist gut ausgeschildert. Neben den geführten Rundgängen kann man sich also auch unkompliziert auf eigene Faust auf Reisen gehen.

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Zur Orientierung ist am Eingang ein Infofolder mit allem Wissenswerten zur Funktion und Geschichte der Festung erhältlich.

Hinter Gittern mit Panoramablick

Next Stop: Verlies. Es geht bergauf, statt bergab. Normalerweise erwartet man sich das Gefängnis in solch einer geschichtsträchtigen Festung im Keller. Aber in Kufstein ist das alles anders. Zu Zeiten der österreich-ungarischen Monarchie diente die Festung als Staatsgefängnis. Es war allerdings kein klassisches Verlies, die Inhaftierten waren ja zum Teil Diplomaten. Nach etlichen Stufen erreicht man den höchsten Punkt des Kaiserturms. Und genau dort oben wurden die Feinde gefangengenommen. Die spärliche Ausstattung der Zellen ist nachgestellt und eines fällt sofort ins Auge: der Panoramablick über das Inntal von den kleinen Fenstern aus.

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Das Staatsgefängnis. Zahlreiche Menschen wurden hier inhaftiert.

Die Mauern im Turm haben 30 Meter Durchmesser und sind sieben Meter dick. Entkommen konnte hier keiner. In den Zellen hängen Bilder von den teilweise auch prominenten Inhaftierten wie dem ungarischen Schriftsteller Ferenc Kazinczy. Noch einmal kurz das „Gefängnis-Feeling“ in den Zellen aufsaugen und schon geht es weiter zur nächsten Station.

Orgelkonzert in den Mittagsstunden

Kurz vor Mittag ziehen einzigartige Klänge über die historische Stadt am Inn: die Heldenorgel mit den 4.948 Pfeifen erwacht zum Leben. Kaum ertönt das Klangkonzert, heben so manche Besucher des Kufsteinerlandes erstaunt die Köpfe in die Höhe. Das Pfeifenwerk befindet sich unter dem Dach des Bürgerturmes. Durch den immens hohen Winddruck sind die Klänge ungewöhnlich weit in Richtung Nord-Ost zu hören. Wenn der Wind bläst, ist das Konzert bis zu zehn Kilometer ins benachbarte Bayern und bis zu den Gipfeln des Wilden Kaisers zu hören. Es ist sozusagen ein Erinnerungsmal an den ersten Weltkrieg. Und wer sich die Orgel aus der Nähe ansehen möchte, der findet dieses Erlebnis für Augen und Ohren beim Eingang zum Festungsneuhof.

Vom Museum bis zum Brunnen

Neben dem Staatsgefängnis im Kaisertum und der Heldenorgel ist das Festungs- und Heimatmuseum einen Abstecher wert. Hier erfährt man mehr über die Geschichte der Region, der Kultur und der Festung. Die Museumsräume präsentieren sich mystisch. Dafür sorgt einerseits die indirekte Beleuchtung, andererseits die Kombination aus Stein und Holz. Die beleuchteten Schautafeln ziehen sofort die Blicke auf sich.

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Im Museum in die Geschichte in und rund um die Festungsstadt eintauchen.

Eine weitere Besonderheit der Brunnen im Freiareal. Er ist einer der wichtigsten Elemente auf einer Festungsanlage, damit diese autark ist. Der Blick in die unendlichen Tiefen sorgt für ein mulmiges Gefühl. Immerhin ist der Festungsbrunnen 70 Meter tief.

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Der 60 Meter fassende Tiefe Brunnen.

Highlight in den unterirdischen Gängen

Das breite Angebot an Workshops, Führungen und Konzerten rundet das Festungs-Erlebnis ab. Eine eigene App mit Audioguide ermöglicht den Besuchern einen Rundgang mit wissenswerten Infos. Die gesamte Festung ist mit W-Lan ausgestattet. Und für Kinder gibt es eigene Ritterturniere und Schnitzeljagd.

Es gibt also viele Gründe für einen Festungsbesuch, für den man mindestens zwei Stunden einplanen sollte. Es gibt hier so viel zu entdecken, das muss man einfach selbst einmal erlebt haben!

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