Packliste für eine Alpenüberquerung

Aktiv & Natur
von Gastautoren
Packliste für eine AlpenüberquerungKaum eine Sportart fordert die Hände so, wie das Klettern. Die Griffe sind so unterschiedlich wie die Felswände: nach oben, nach unten oder seitlich. „Man sollte versuchen, die Griffe so abwechslungsreich wie möglich zu belasten, damit nicht immer dieselben Muskeln belastet werden. Wenn man die Hand nicht nur zum sich Hinaufziehen, sondern auch zum Stützen oder Stemmen benutzt, ermüden die Muskeln nicht so schnell“, verrät Gebhard.
Grundsätzlich gilt: „Die Füße sind viel wichtiger als die Hände im Fels. Man sollte so viel Gewicht wie möglich auf die Füße bringen, damit man Arme und Hände entlastet“, empfiehlt der Kletterer. Getreten wird hauptsächlich mit der Großzehe. Gebhard zeigt uns das richtige Steigen direkt am Fels: „Wenn man auf die große Zehe steigt, ist man flexibel und man kann den Fuß drehen und wenden wie man möchte. Die Ferse ist frei und man kann zentimetergenau variieren“, zeigt uns Gebhard vor.
Im Fels sollte jeder Zug sitzen. Dafür benötigt man Aufmerksamkeit. „In der Wand ist höchste Konzentration angesagt“, so der Bergfanat, der uns mehr über die drei Kletterphasen berichtet.
Zwischensicherungen gibt es im Gegensatz zum Hallenklettern am Fels nicht im genormten Abstand. Deshalb ist die richtige Vorstiegstaktik gefragt: „Wo befinden sich der erste bzw. der zweite Haken? Man sollte sich im Klaren sein, dass man bei einem eventuellen Sturz trotz geclipptem ersten Bolt auf den Boden fallen kann“, warnt Gebhard.
Zum Clippen gibt es eine Faustregel: „Das Seil verläuft immer von hinten nach vorne durch den Karabiner. Klettert man eine gerade verlaufende Route, ist es egal in welche Richtung die Schnappöffnung am Haken zeigt. Bei diagonal verlaufenden Touren ist das anders: Die Karabineröffnung der seilseitigen Karabiner sollte immer gegen die Kletterrichtung schauen“, rät uns der Sportkletterer.
Erwischt man eine Route mit einem fixen Umlenkkarabiner, clippt man diesen und man wird vom Partner einfach abgelassen. Im freien Gelände funktioniert das aber nicht immer so. Oft ist am Tourenende nur ein zugeschweißter Abseilring. Zeit für einen „Umbau“: „Der Kletternde sichert sich selbst mit zwei Expressen oder einer Bandschlinge, hintersichert das Seil, bindet sich aus, fädelt das Seil durch die Umlenkung und bindet sich wieder ein. Wenn die Hintersicherung des Seils gelöst wird, kann der Sichernde ihn ablassen“, beschreibt Gebhard Bendler.
Der Sichernde kann den Sturz etwas abbremsen: „Leichtes Hochspringen macht den Sturz für den oben hängenden Partner nicht so hart“, erzählt Gebhard und demonstriert uns das gleich direkt am Fels und ergänzt: „Man kann auch – je nach Sicherungsgerät – das Seil wenige Zentimeter kontrolliert dynamisch durchs Sicherungsgerät laufen lassen. Dafür brauchst du aber viel Übung, um das gut zu beherrschen.“ Übrigens ist das Seil sehr dehnbar und ähnelt einem Bungee-Seil, damit der Fallende nicht zu hart landet.
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