Kufsteinerland

Wintersonnwende – Wiederkehr von Licht & Sonne

Der kürzeste Tag. Die längste Nacht. Der dunkelste Tag.

So lässt sich der Tag und die Nacht der Wintersonnwende am 21. Dezember beschreiben. Was zunächst ziemlich düster klingt, ist viel mehr ein hoffnungsvoller Wendepunkt: Die Tage werden länger, das Licht gewinnt wieder an Kraft. Dunkelheit, Stille und Tod weichen Zuversicht und neuem Leben.

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Sonnenuntergang

Brauchtum und Rituale rund um die Rauhnächte

Die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember, die Thomasnacht, leitet die zwölf Rauh- oder Weihnächte zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar ein. In dieser Zeit wurde früher, wenn der Wind um die Häuser pfiff und es draußen eisig kalt war, im Inneren des Hauses geräuchert. Eine eiserne Pfanne mit Glut, darüber Weihrauchkörner, Harze und Kräuter. Der aufsteigende Rauch verbreitete einen wohltuenden Geruch. Mit dieser Räucherpfanne zog die Familie durch das ganze Haus und durch den Stall. In jeden Winkel und in jede Ritze zog der Rauch und erfüllte alle Räume mit einem angenehmen, besinnlichen Duft. Dieses Ritual sollte zum einen böse Geister aus der Anderswelt fernhalten, zum anderen erhoffte man sich Reinigung und Zusammenhalt.

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Winterliche Räuchermischung

Cornelia Miedler kennt sich mit Ritualen und Traditionen aus

Das Verbrennen von Opfergaben und Feuerrituale reihen sich ebenso in die Tradition rund um die Wintersonnwende ein. Jemand, der sich mit Ritualen besonders gut auskennt, ist Cornelia Miedler – Waldläuferin, Bergwanderführerin, Kräuterexpertin und Bergwanderführerin in Going am Wilden Kaiser. Sie verbindet Brauchtum mit ihrer Heimat und ihrer Familie. Rituale sind für sie auch heute noch als Unterstützer unserer Lebensabschnitte und Lebensläufe wichtig. Durch Rituale fühlt sie sich mit der ganzen Erde verbunden. Auch über die Rauhnächte weiß Cornelia Miedler bestens Bescheid: „Während der Rauch- oder Ruchnächte, wie sie bei uns in Tirol auch genannt werden, steht die Zeit still – genauso ist es aus wissenschaftlicher Sicht, dem Sonnenlauf zufolge. In der Zeit der Rauhnächte wird besonderer Wert auf die Innenschau gelegt, Rituale werden mit viel Räucherung durchgeführt. Jeder der zwölf Rauhnachttage steht für jeweils einen Monat des nächsten Jahres. Es sind die Lostage (der Begriff leitet sich vom Wort >zualosn< ab), an denen orakelt wird.“

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In der Zeit um die Rauhnächte wird traditionell viel geräuchert.

Feuer, Rauch und Segen – die Geburt des Sonnenkindes

Ein ganz besonderes Event „Feuer, Rauch und Segen – die Geburt des Sonnenkindes“ erwartet alle Interessierte auf der Festung Kufstein. Hier ist auch Cornelia Miedler als Ritualleiterin mit dabei und lädt ein: „Mit einem großen gemeinsamen Fest feiern wir das Ende der dunkelsten Zeit des Jahres, begrüßen die Geburt des wieder länger werdenden Tages und zelebrieren das Sonnenlicht.“ Es warten auf Sie ein fesselndes Feuerritual und verschiedene Stände rund um das Thema Wintersonnwende.

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Feuer, Rauch und Segen – die Geburt des Sonnenkindes

Die Veranstaltung leitet die Kräuterzeit 2019 ein, welche mit dem Verein Lebensmittel. ins Leben gerufen wurde. Angelehnt an den Jahreskreis begleiten zahlreiche Experten mit Workshops und Vorträgen durch das gesamte Jahr und vermitteln altes Wissen rund um Traditionen, Rituale und Bräuche.

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