Kufsteinerland

Kripperlschauen im Knappendorf Bad Häring

Auf 5 Stationen zum ganz besonderen Weihnachtsgefühl - ein Tipp für alle die diese alte Tiroler Weihnachtstradition lieben!

Ein kalter aber sonniger November Nachmittag führt mich - zur frühzeitigen Einstimmung auf die Weihnachtszeit - in den schmucken Kurort und ehemalige Knappendorf Bad Häring. Auf den umliegenden Bergen, dem Hausberg Pölven und dem nahen Kaisergebirge, liegt schon Schnee. Ein untrügliches Zeichen, dass der Winter und somit die gerade in den Tiroler Bergen so besinnliche Adventszeit vor der Tür steht. Der eben noch blaue Himmel färbt sich schon im blassen Abendrot und ich mache mich entdeckungsfreudig auf zum geplanten Kripperlschauen durch das Dorf.

Gleich im Ortszentrum, gegenüber der Kirche und unübersehbar, gelange ich zur Dorfkrippe. Die lebensgroßen Krippenfiguren, eingekleidet mit farbenfrohen Kostümen, die von fleißigen Bad Häringern angefertigt wurden, sind eine wahre Rarität. Initiiert wurde diese Idee im Jahr 2000 vom Bad Häringer Traditionsverein, der Schützenkompanie. Eine weitere Besonderheit dieser Krippe ist die Veränderung der Szenen im Laufe der Advents- und Weihnachtszeit. Von Maria und Josefs Herberg-Suche auf ihrem Esel, bis zu Jesu Geburt und dem Erscheinen der Heiligen Drei Könige werden die Figuren entsprechend dazu immer wieder ausgetauscht und arrangiert.

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Die Dorfkrippe mit lebensgroßen Figuren.

Meine nächste Station führt mich direkt in das Bad Häringer Bergbau Museum. Hier erwartet mich gleich am Eingang eine prächtige und mit über 2,40 Meter Länge und 1,45 Meter Höhe sehr große Bergbaukrippe. Angefertigt wurde diese im Jahr 2015 vom ortsansässigen Krippenbauer Walter Peer nach bester Tiroler Krippenbautradition.
Der Lokalität angepasst, gibt es außer der üblichen szenischen Darstellung der Weihnachtsgeschichte auch typische Szenen und Landschaftsbilder aus der bergbaugeschichtlichen Vergangenheit Bad Härings. Nur selten wird man wohl einen derartig naturgetreu nachgebildeten Stollen in einer Krippe zu sehen bekommen. Ich habe den Eindruck als würde ich direkt tief in den Bergstollen hineinschauen. Noch viele weitere detailgetreue Kleinigkeiten und Figuren sind zu entdecken und lassen mich in Weihnachtsstimmung schwelgen.

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Die Bergbaukrippe.

Und weiter geht es - nur schade, dass ich keine Laterne mitgenommen habe! Es dämmert schon langsam und Kerzenlicht würde meine romantische Krippenwanderung noch stimmungsvoller gestalten.

Der Weg führt mich an den Ortsrand in Richtung des bekannten und schön in die Landschaft eingefügten Bad Häringer Kurzentrums. Mein Ziel ist die zum Kurzentrum gehörende Hildegardkapelle. Der moderne Bau mit dem freistehenden Glockenturm wurde 2001 der heiligen Hildegard von Bingen geweiht. Die besonders schöne Statue der heiligen Hildegard und die bunte Glasfront mit dem kunstvollen Strahlenmosaik sind ein besonderer Blickfang im Inneren. Aber mein Hauptaugenmerk gilt natürlich meinem eigentlichen Besuchsgrund, der wunderschönen, orientalischen Krippe im Altarraum.

Als ich das Gotteshaus wieder verlasse, ist es schon fast dunkel geworden, aber der Weg zurück in das Dorfzentrum ist nicht mehr weit.
Der zur linken Hand idyllisch liegenden kleinen Antoniuskapelle statte ich nur von außen einen kurzen Besuch ab. Leider ist sie noch verschlossen aber auch sie wird in der Vorweihnachtszeit bald eine wirklich sehenswerte, vierteilige Kastenkrippe des Krippenbauers Walter Peer schmücken.

Diesen werde ich jetzt zu guter Letzt auf meiner Krippenwanderung noch kennenlernen. Noch bevor ich sein Grundstück betrete, sehe ich durch das weitgeöffnete Garagentor eine Vielzahl an unterschiedlichen und prächtigen Krippen einladend präsentiert. Kastenkrippen, orientalische Krippen, typische Tiroler Krippen und sogar eine Osterkrippe mit Kreuzigungsszene sind zu bewundern – traditionelle Handwerkskunst und Liebe zum Detail werden hier vereint.
Den angebotenen Schnaps zum Abschied, übrigens ein hervorragendes Zirbenschnapserl, lehne ich nicht ab. Es ist ja quasi ein Muss und gute alte Tradition beim Kripperlschauen mit dem sogenannten „Gloriawasser“ anzustoßen.

Frohgemut und schon bestens auf die Weihnachtszeit eingestimmt trete ich den Heimweg an, nach einem wundervollen Tag im Kurort Bad Häring.

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